Zwei Artikel, eine Frage…

Der Bonner “General-Anzeiger” sorgt bisweilen für unfreiwillige Komik: “Demonstranten fordern Hinrichtung von britischer Lehrerin” heißt es in der Wochenendausgabe auf Seite vier. Eine Horde wildgewordener Muslime marodiert durch die sudanesische Hauptstadt Khartum und will eine Lehrerin lynchen, weil in ihrem Unterricht ein Teddybär Mohammed getauft worden ist. Das beleidge den Islam, skandiert der mit Schlagstöcken, Messern und Äxten bewaffnete Mob. Kann mir jemand sagen, wie viele notorische Gewaltverbrecher in den Gefängnissen sitzen und unter Gottes Sonne frei herumlaufen, die von ihren Eltern ebenfalls Mohammed getauft wurden? Beleidigen die nicht den Islam? Lustig: In der Reisebeilage des General-Anzeigers wird dafür geworben, Urlaub im Sudan zu machen. Entweder mit Marco Polo für 3.919 Euro oder für 4.795 Euro mit Studiosus, jeweils 14 Tage inklusive Flug. Ja gerne, aber nur, wenn mir jemand dafür 100.000 Euro dazu gibt und ich meinen Plüschteddy straffrei mitnehmen kann. Der hat noch keinen Namen…

2 Antworten auf “Zwei Artikel, eine Frage…”

  1. immekeppel sagt:

    ich werde sicher nicht in den sudan reisen, nicht wegen teddy mohammed, sondern wegen diser bigotten typen, die sich über die beleidigung des islam aufregen, in dafour aber die menschen zu tausenden abschlachten.

    da heißt selbst ein schwein ganz schnell mal mohammed - (riskier ich jetzt etwa en fatwa? aber schließlich heiß ich ja nicht fatma) ;)

  2. rolf sagt:

    Es ist schon merkwürdig; Muslime studieren in Europa und werden hervorragende Ärzte oder Physiker, doch manche knallen durch und sprengen sich und viele völlig Unbeteiligte in die Luft. Wie kommt das? Schade, dass es im Islam nie ein Pendant zum Papst gegeben hat. Die Päpste der vergangenen Jahrhunderte haben zwar viel Dreck am Stecken, haben gesoffen, gehurt und Inzest betrieben - aber sie haben sich an den weltlichen Herrschern Europas abgearbeitet, was schließlich zur Trennung von Staat und Kirche führte. Diese Auseinandersetzung, die wir vor Jahrhunderten erledigt haben, die fehlt den Muslimen heute, weil sie keine zentrale Figur wie einen Papst haben. Stattdessen muss jeder einzelne Staat mit muslimischer Bevölkerung, ob in Saudi-Arabien, in Nordafrika, in Indonesien, wo gerade die Klimakonferenz stattfindet, oder im Sudan, wo Teddybären nicht Mohammed heißen dürfen, mit sich ausmachen, wie er mit muslimischen Mehrheiten oder Minderheiten umgeht. Kurz und gut - meine These ist: In islamischen Staaten ist die Trennung von Staat und Kirche nicht vollzogen worden, und das macht sie politisch instabil und unberechenbar. Eine Trennung von Staat und Kirche, die es in Europa schon vor Jahrhunderten gegeben hat und die nur Gutes bewirkt hat. Sonst würden wir heute noch alle glauben, dass die Welt eine Scheibe ist.

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