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Frankenstein vs. Godzilla
Ein wenig hat mich Microsofts Werben um Yahoo an japanische Schundfilme erinnert, „Frankenstein kämpft gegen Godzilla“ etwa. Frankenstein alias Microsoft, das Software-Monster aus Redmond, kämpft gegen Godzilla alias Google, die Datenkrake aus Mountain View. Und natürlich geht es, wie immer in schlechten Action-Filmen, um nicht weniger als die Weltherrschaft. Frankenstein alias Microsoft sucht einen Verbündeten namens Yahoo, doch der will nicht. Fortsetzung folgt.
Microsoft, das alternde Monster, droht die Weltherrschaft zu verlieren. Die Marktbeobachter von Gartner Group sagen dem Konzern aus Redmond den Abstieg in die Bedeutungslosigkeit voraus. Betriebssystem-Monster wie Vista, das zu großen Teilen immer noch auf 20 Jahre altem Programmiercode beruht, will keiner wirklich haben, der Umsatz mit Windows fiel im letzten Quartal um 24 Prozent. Der Suchmaschinenanbieter Google dagegen ist der aufgehende Stern, kann inzwischen die Anzeigenpreise im e-Commerce diktieren und verzeichnete im letzten Quartal einen Gewinnsprung um 30 Prozent.
Der Suchmaschine Google scheint also die Zukunft zu gehören, selbst wenn sich Microsofts Suchmaschine „Live Search“ mit der von Yahoo zusammengetan hätte – bei den Nutzern waren beide Suchdienste nur zweite oder dritte Wahl, daran hätte auch eine Hochzeit nicht viel geändert.
Nun gut, könnte man meinen – was interessieren mich Monsterkämpfe in drittklassigen japanischen Action-Filmen. Wer so denkt, den muss man fragen, wer diese Monster eigentlich so groß gemacht hat. Wir waren es, wir haben Microsoft groß gemacht, obwohl es Alternativen zu Windows gibt, wir haben Google groß gemacht, obwohl es auch Alternativen zu Google gibt. Wir- oder genauer: unsere Bequemlichkeit hat dafür gesorgt, dass wir uns jetzt Monsterkämpfe anschauen müssen – und auch die Fortsetzung wird uns wahrscheinlich nicht erspart bleiben.
5 Antworten auf “Frankenstein vs. Godzilla”
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5.5.2008 bei 11:53
und wer - bitte schön - opfert sich als retortengott um die welt dann vor größerem unbill zu bewahren, so wie in eben jenen leinwanddramen?
5.5.2008 bei 12:59
Schlage „Arachne“ als Protagonistin vor. Das ist eine Figur aus der griechischen Mythologie, die sich durch ihre Kunstfertigkeit als Weberin einen Namen gemacht hat. Sie vermochte es, filigrane Bilder in ihre Stoffe zu weben und übertraf mit ihrer Webkunst alle Sterblichen, so dass sie von der Göttin Athene zum Wettkampf herausgefordert wurde. Als Athene merkte, dass sie Arachne in der Webkunst nicht übertreffen kann, verwandelte sie Arachne in eine Spinne… Auf der Suche nach Verbündeten dürfte Arachne selbstverständlich nicht so eindimensional von „da google ich mal“ reden, sondern mehr auf die Kommunikation in kleinen, aber feinen Communities mit Open-Source-Software setzen. Eine gute Alternative zu Arachne wäre aber auch unsere Jungbiene „Barry B. Benson“ aus dem Betrag vom 12.2007: Bee Movie – eine etwas andere Geschichte.
5.5.2008 bei 13:23
Zu Immekeppel: Leider muss ich gestehen, dass ich noch nie so einen Film gesehen habe. Deshalb weiß ich auch nicht, ob sich da immer ein Retortengott findet, der sich opfert. Was ich mir aber sehr gut vorstellen kann, ist, dass bei solchen Titanenkämpfen jede Menge zu Bruch geht. Das nennt man glaube ich Kollateralschäden. Hier sind es wahrscheinlich die Yahoo!-Aktionäre, die Krokodilstränen weinen werden - und auf lange Sicht wohl auch Microsoft- Aktionäre - wenn man Gartner glaubt.
5.5.2008 bei 13:39
Zufall, dass Arachne auch ein freier Webbrowser ist? Warum soll sich die Spinne, ein Einzelgänger, mit Barry B. Benson, dem Schwarmwesen zusammentun? Das passt irgendwie nicht. Und die Schwarm- Intelligenz eines Bienenvölkchens hat auch nicht dazu geführt, dass sich das Volk für ein anderes (besseres?) Betriebssystem entscheidet. Nein, ich fürchte, in der Fortsetzung wird King Kong auftauchen. Wobei der ja fast schon Sympahieträger ist, mit seiner Vorliebe für hilflose blonde Weberinnen…
5.5.2008 bei 19:07
nachtrag zu Immekeppel: Die Kollateralschäden sind offenbar schon eingetreten. Die Yahoo!-Aktie ist am Montag um rund 20 Prozent eingebrochen.