Schimpft nicht auf die Spekulanten!

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Die bösen Spekulanten treiben den Ölpreis hoch und fressen sich satt, während wir im nächsten Winter doppelt so viel für’s Heizen zahlen müssen wie vor einem Jahr. So die landläufige Meinung. Ich glaube das nicht…

An den Börsen wird die Zukunft gehandelt. Insofern nehmen die Zocker an der Terminbörse nur das vorweg, woran wir uns alle gewöhnen müssen: Dass die Preise für Öl und Gas auch künftig weiter steigen werden. In Europa wird der Ölpreisschock zwar durch den starken Euro abgemildert, doch die USA, die größte Volkswirtschaft der Welt, bekommen diesen Schock unmittelbar zu spüren. Das wird Bremsspuren hinterlassen in der Weltwirtschaft, keine Frage. Aber es könnte auch dazu führen, dass Volkswirtschaften wie Russland oder China, denen die Überhitzung droht, eine willkommene Abkühlung bekommen.

Doch es hilft nichts: Die Zocker an der Terminbörse nehmen nur die unausweichliche Verknappung vorweg. Die fossilen Energieträger Gas und Öl sind nun einmal endlich. Man muss andere Lösungen suchen, und zwar schnell. Je höher der Ölpreis, desto interessanter werden Alternativen, auch solche Alternativen, die bisher als unwirtschaftlich galten, weil sie an einem relativ niedrigen Ölpreis gemessen wurden. Wissenschaftler arbeiten an Szenarien für die Zeit nach dem Öl, forschen intensiv über unendliche Energiequellen wie Sonne, Wasser, Wind, Erdwärme, Biomasse.

Abhängigkeit vom Öl verringern

Wir haben längst erkannt, dass unsere endlichen Energiereserven viel zu wertvoll sind, um damit schlecht gedämmte Häuser zu heizen, mit dem Auto zum Briefkasten zu fahren oder mit dem Billigflieger kreuz und quer über den Globus zu fliegen. Jede Preisexplosion hat auch etwas Heilsames: Sie zwingt die Industrie, Energie noch effizienter einzusetzen, zwingt die Verbraucher, sich nach sparsameren Heizungen und Autos umzusehen, zwingt die Energieerzeuger, stärker als bisher in die Erforschung und Nutzung alternativer Energien zu investieren.

Je teurer Öl und Gas werden, desto lohnender wird jede Investition, die unsere Abhängigkeit vom Öl verringert. Die entwickelten Industrienationen haben nur noch eine Chance, ohne eine gewaltige Rezession aus der Preisspirale herauszukommen: Sie müssen sich unabhängig machen von Gas und Öl. So schnell wie möglich – auch wenn’s teuer wird. Das sind die Signale, die uns die Zocker an den Terminbörsen senden. Wir sollten sie ernst nehmen.

2 Antworten auf “Schimpft nicht auf die Spekulanten!”

  1. immekeppel sagt:

    was für ein glück, dass wir so eine große familie sind und die winter ja in der letzten zeit nicht mehr gar so kalt. also werden wir nur noch ein zimmer heizen, in welchem wir uns des abends versammeln und bei kerzenschein aus dem märchenbuch vorlesen - oder noch besser, frei erzählen, gruselgeschichten, das geht gut im dunkeln.

    danach dann früh zu bett unter die daunendecke - an besonders kalten tagen eben mit ner wärmflasche (da kommt dann das heiße kochwasser von den nudeln zum abendbrot rein ;) - und schon haben wir wieder kosten eingespart

  2. rolf sagt:

    … während woanders jede Menge Energie und Ressourcen verschwendet werden. Ich denka da zum Beispiel an Billigspielzeug, geschmacklose Souvenir-Artikel, (ist der Porzellanteller mit den Burgen vom Rhein nicht schööön? Und diese Zinnteller erst, nein wie süüüüß)- oder zwischen zwei Melaminschichten gepresste Sägespäne, die sich dann “Möbel im altdeutschen Stil” nennen - auch die Herstellung dieses Schrotts verbraucht jede Menge Energie, die man sparen könnte.

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