Wine lessons im Napa Valley

Unsere Reise nähert sich dem Ende. Der Montag war ein schwerer Arbeitstag, wir haben das Stanford Shopping-Center besucht - guten Gewissens übrigens, denn den sculpture garden der Stanford University mit seinen Plastiken von Rodin kennen wir schon. Anschließend waren wir in einem riesigen Outlet in Milpitas, dem Hauptsitz von Cisco Systems. Gucken, stehen, gucken, warten - das strengt richtig an. Wir haben dort so viel Zeit verbracht, dass die Zeit für einen Ausflug nach Berkeley zu Rasputin, dem größten CD-Laden in der Bay Area, nicht mehr reichte. Dafür haben wir uns noch einmal die Innenstadt von Palo Alto angesehen. Wenn man dort einen Parkplatz findet, kann man wunderbar bummeln, Kaffee trinken und bei “Borders Bookstore” stöbern.

Gestern hat uns Frank zu einem lehrreichen Ausflug ins Napa Valley mitgenommen. artesa.jpg Unsere erste Station am Anfang des Tals war die Artesa Winery, die einem spanischen Champagner- Konzern gehört. Der Tasting Room ist in einem Gebäude untergebracht, das in die Spitze eines Hügels hineingebaut worden ist. Wir haben auf eine Weinprobe verzichtet und uns lieber die Architektur und die Kunstobjekte angeschaut, wie die abgebildete Skulptur Von Gordon Huether im Park zeigt.

Der Weintourismus im Napa Valley ist nicht mit dem kümmerlichen Busreisen- Tourismus in Rüdesheim, an der Mosel oder an der Ahr zu vergleichen. aschweiz.jpg Hier geht es immer sehr gepflegt zu, die großen Wineries bauen repräsentable Anwesen und Phantasieschlösser, um dem Ganzen einen gehobenen Anstrich zu geben.
So auch in der Hess- Winery, (Bild links) wo ein schweizer Winzer eine respektable Sammlung zeitgenössischer Kunst zusammengetragen hat. Das alles soll den Anspruch unterstreichen, dass Weine aus dem Napa Valley etwas ganz besonderes sind, die nichts mit der Massenproduktion aus dem benachbarten Central Valley zu tun haben. Maßgeblich beteiligt am Aufbau des Napa Valley als markennamen für herausgehobene Weine war Robert Mondavi, dessen Winery sich nicht mit einem Schlösschen im spanisch anmutendem Phantasie- Stil begnügt - es muss auch noch ein Türmchen her, das man von der Straße sehen kann, ansonsten aber keinerlei Funktion hat.
Zu Mittag gegessen haben wir in der Oakville Grocery, wo ich gemerkt habe,, dass man in den USA besser Frank und nicht Rolf heißt. Man bestellt und bezahlt sein Essen und wartet, bis die Sachen fertig sind und man aufgerufen wird. Da kann der Name Rolf schon mal so schräg ausgesprochen werden, dass man es nicht mitbekommt und das Essen kalt wird… In der French Loundry, Amerikas berühmtesten Feinschmecker- Restaurant, musss man zwei Monate vorher einen Tisch bestellen. Für das Menue für zwei Personen plus Wein sollte man so an die 800 Dollar einstecken. Das Restaurant selbst ist übrigens von außen völlig unscheinbar - man muss halt wissen, wo es liegt.

ateppich.jpg Auch das Rubicon Estate von Niebaum Coppola legt Wert auf gepflegte Gastlichkeit - wie man sieht, wird man dort auf einem roten Teppich empfangen. Dieses Weingut zählt zu den ältesten Kaliforniens, 1880 von einem Kapitän namens Gustave Niebaum gegründet. 1975 ist der Hollywood- Regisseur Francis Ford Coppola dort eingestiegen, in der Lobby kann man seinen Oscar im Original bewundern. Hier haben wir uns durch einen 2007er Chardonnay, einen 2005er Captain’s Reserve Zinfandel, einen 2005er Syrah und einen 2005er Cabernet Sauvignon durchgearbeitet, um zum Schluss mit einem 2004er Rubicon belohnt zu werden. Der Chardonnay, erstmals nicht im Holzfasss gereift und deshalb nicht so wuchtig wie üblich, und der Rubicon, das Flaggschiff von Rubicon Estate, haben uns am besten geschmeckt. Ersteren kann man für 30 Dollar die Flasche haben, letzterer kostet schlappe 125 Dollar pro Flasche.

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