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Empfehlungsmarketing ja, aber nicht für Killerspiele!
Das ist schon pervers: Da ist wieder ein Jugendlicher Amok gelaufen und hat 37 Menschen schwer verletzt, und Amazon empfiehlt diese Woche „Die besten Ego-Shooter für PC und Konsolen!!“ Rege ich mich an der falschen Stelle auf und sollte stattdessen einen Beitrag zum Verbot von Killerspielen schreiben, obwohl ich keine Ahnung von Pädagogik, sehr wohl aber von Empfehlungsmarketing habe?
2 Antworten auf “Empfehlungsmarketing ja, aber nicht für Killerspiele!”
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22.11.2006 bei 20:40
Amazon ist offensichtlich Opfer seiner eigenen Software geworden. Ich empfinde Empfehlungsmarketing nicht unbedingt als aufdringlich, sondern oft als hilfreich. Mein Fimmel ist zum Beispiel tanzbarer Jazz oder auf deutsch dancefloor jazz. Wenn ich einen Titel von Tab Two oder De Phazz kaufe, werden mir ein halbes Dutzend andere Künstler aus diesem Genre empfohlen, ohne Kaufzwang. Das erweitert meinen Überblick über dieses Genre. Das Übel bei Amazon und Konsorten ist offensichtlich, dass sie die Empfehlungsprogramme nicht einfach stoppen können. Wer das Spiel Wie würge ich meine Schwiegermutter kauft, der wird automatisch benachrichtigt, dass Käufer dieses Spiels auch das Chainsaw-Massacre, Muslim-Torture, Spank the Old, Hit the Democrats oder Fleischwolf IV gekauft haben. Du magst das pervers nennen, aber ich vermute nur eine peinliche Panne dahinter, und nicht mehr. Wer weiß, vielleicht tauscht Amazon ja seinen Kommunikationschef aus. Dann können wir uns bewerben. Unter uns: Unter 250.000 Euro p.a. sollten wir uns keine Konkurrenz machen.
Ansonsten: Ich kenne keine Ego-Shooter-Spiele, und sowas kommt mir auch nie auf die Festplatte. Aber klar ist: Nicht jeder, der solche Spiele spielt, läuft Amok. Da muss schon sehr viel mehr dazu komen. Typisch ist nur die Reaktion der politischen Kaste: Viele fordern ein Verbot der Egoshooter, eine “reflexartige” Forderung, wie ARD und ZDF am Sonntagabend übereinstimmend kommentiert haben: etwas anderes fällt denen nicht ein. Schlimm ist auch nicht, dass Jugendliche Egoshooter spielen. Schlimm wird’s, wenn darüber alle anderen Aktivitäten und vor allem soziale Kontakte leiden. Aber wovon rede ich: Wenn der Sensenmann eines Tages vor micht tritt und mich abholen will, bitte ich ihn einfach, mir die Zeit zu gewähren, die ich mit Solitaire, Tetris und Freecell verplempert habe. Da kann ich noch locker einige Grillparties oder Raclette-Abende veranstalten!