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Archive für 12.4.2008
Deutsche Blogger - unpolitisch und unreif?
12.4.2008 von rolf.
Zwei neue Bände der Deutschen Gesellschaft für Online-Forschung vergleichen die deutschsprachige Blogosphäre mit der US-amerikanischen und kommen zu ernüchternden Ergebnissen. Sabine Pamperrien stellt sie in der Netzeitung vor. Wer’s genau wissen und die beiden Bände bestellen will, wird hier fündig.
Sonderlich relevant scheinen mir die Studien eigentlich nicht. Ich brauche keine hochmögenden Professores, um festzustellen, dass “deutsche Blogger und Journalisten häufig aggressiv und [selten] fruchtlos” miteinander diskutieren - wenn sie es denn überhaupt tun (das “selten” muss der Autorin in den Text gerutscht sein, vielleicht meinte sie “selten fruchtbar”). Dass sich Journalisten selten für Blogs interessieren, liegt auch auf der Hand: sie sind damit beschäftigt, Content für ihr Medium zu poduzieren und haben selten Zeit, nach links oder rechts zu schauen. Und was besagt die maschinelle Auswertung bestimmter Schlagwörter, wonach politische Inhalte in deutschen Blogs nur zu 0,5 Prozent vorkommen, in den USA jedoch immerhin in fünf Prozent aller Blogs? Kann man daraus auf einen bestimmten “Reifegrad” der Blogszene schließen? Vielleicht liegt es einfach nur daran, dass Amerikaner selten von Angesicht zu Angesicht über Politik und Religion sprechen (das ist geradezu ein Tabu). Da ist es naheliegend, sich verstärkt darüber in Blogs auszulassen. Die Deutschen haben da ihre Kneipe (obwohl da auch selten etwas Vernünftiges bei rumkommt…)
Geschrieben in Netzkultur, Buchtipp, Medien, Web 2.0 | Drucken | 4 Kommentare »